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GROSZ: Vertrauensverlust in die Justiz ist nicht verwunderlich! - 02.02.2012

Foto: Mike Ranz

„Solange parteipolitisch besetzte Staatsanwälte das Bild der Justiz abgeben, wird sich am desaströsen Zustand nichts ändern“ - BZÖ forderte die Rücknahme der Strafprozessordnungsreform

 

Graz/Wien - Die heute vom Meinungsforschungsinstitut Karmasin gemeinsam mit ÖVP-Justizministerin Beatrix Karl präsentierte Studie über den Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Justiz „überrasche keineswegs“, reagierte BZÖ-Justizsprecher Abg. Gerald Grosz. Solange die „Justiz selbst zum Fall für die Justiz“ werde, würden keine „Imagekampagnen und Vertrauensoffensiven“ des Justizministeriums helfen.

 

„Das ist der Fluch der bösen Tat. Reihenweise politische Postenbesetzungen in der Justiz, Staatsanwälte die als Staat im Staat agieren, ein ungeheuerliche Kontrollverlust der Legislative gegenüber der Judikative, Verfahrensverschleppungen für Strasser und Co, die Testamentsaffäre in Vorarlberg, gekaufte Daten von korrupten Justizbeamten, der Justizskandal Kampusch oder auch der skandalöse Tierschützerprozess machen halt das Bild der Justiz aus. Die Menschen unseres Landes haben im Gegensatz zur Justiz ein feines Gespür für Recht und Unrecht. Diese Umfrage bestätigt zudem auch den Rechnungshofbereich 2011 zum Zustand der Staatsanwaltschaften. Die traurigen Fakten sollten jetzt schön langsam alle am Tisch liegen, konkrete Taten sind gefragt“, fordert Grosz 

 

„Wir wollen daher als ersten Schritt eine Wiedereinführung der unabhängigen Untersuchungsrichter und somit eine Rücknahme der Reform der Strafprozessordnung. Der Staatsanwalt als Herr des Vorverfahrens hat sich nicht bewährt. Das beweist auch der Fall Grasser, der seit Jahren auf Vermutungen und Verdächtigungen der Staatsanwälte aber auf keinerlei anerkannte Beweise der Richter fußt. Mit einer solchen Methode wird man nie zu einem Ergebnis und einem abgeschlossenen Fall kommen“, so Grosz.

 

Der Justizsprecher kritisierte auch den Vergleich der Justizministerin bezüglich der „Hendldiebe“. „Nicht das Hendl auf Caymann Island ist das Problem, sondern der Bock, der als Justizorgan zum Gärtner mutiert“, so Grosz abschließend.